Was ist die Matrix? Wenn es sie gibt, wo ist sie dann? Sind wir in ihr? Gibt es eine wahre und eine Scheinwelt? Sind wir? Gibt es Wirklichkeit?
Diese oder ähnliche Fragen entstehen wahrscheinlich in jedem, der den Film "The Matrix" einmal gesehen hat. Doch bevor ich auf sie eingehe, möchte ich kurz den Inhalt des Films schildern.
Neo (Keanu Reeves), ein Computerprofi, trifft eines Tages auf die Untergrund-Organisation des mysteriösen Morpheus (Laurence Fishburne). Er wird in ein Geheimnis eingeweiht, das seine schlimmsten Albträume übertrifft: Die wahre Welt liegt in Schutt und Asche, wohingegen die Welt, in der Neo lebt nur eine Illusion ist, ein Computerprogramm, auch genannt - Die Matrix. Das Programm schöpft die Energie aus den menschlichen Körpern, welche sich in Abermilliarden von unterirdisch gelagerten "Eiern" befinden. Dieses Konstrukt kann nur von einem "Auserwählten" überwunden werden - von Neo.
Der Name Neo ist nicht ohne Grund ein Anagramm (Buchstabenversetzung) des englischen Numerals "one", The One - Der Auserwählte. Im Griechischen bedeutet "neo" neu, was in Bezug auf den Film vielleicht Neos Aufgabe anspricht: die Rettung der Menschheit und die Gewährleistung eines Neuanfangs.
Doch warum gibt es einen Auserwählten? Wer hat Ihn auserwählt? War es die Matrix selbst? War es Gott?
Wie schon eben erwähnt, ist die Welt nur eine Illusion. Die Menschen leben in Sklaverei. Da muss es einfach irgendwann jemanden geben, der den Drang verspürt, sie und vielleicht auch sich selbst aus eben jener zu befreien. Und weiterhin würde ich sagen, dass das Orakel, zu dem Morpheus öfter geht, deutliche Hinweise gab, die Neo als Auserwählten identifizierten.
Als Neo aus der Matrix in die reale Welt gelangt, wird er aus seinem "Ei" befreit. Er wird sozusagen reinkarniert. Wobei man hier nicht von einer Wiederfleischwerdung sprechen kann, da Neo vorher nur als virtueller Mensch "gelebt" hat. Dieses Neu- oder Wiedergeborenwerden wirft die Frage auf, was die Matrix eigentlich sei.
Im Film wird gesagt, dass gegen Ende des einundzwanzigsten Jahrhunderts mit der Schaffung der KI (künstliche Intelligenz) eine wahre Revolution in der Computerbranche stattfand, wodurch wiederum eine vollkommen neue Art von Maschinen möglich wurde. Jedoch kam es zum Krieg zwischen Menschen und Maschinen. Dadurch wurde der Himmel verdunkelt und die auf Solarenergie basierenden Maschinen suchten nach einer alternativen Energiequelle. Da der Mensch deutlich mehr Bioelektrizität als eine 120 Volt Batterie erzeugt, schufen die Maschinen die Matrix. Was ist nun die Matrix? "Kontrolle - eine computergenerierte Traumwelt, geschaffen um den Menschen zu kontrollieren". Darum war der Mensch für die Maschinen nicht mehr als eine Batterie. Um es zusammenzufassen, die Matrix ist eine "neurointeraktive Simulation". |
Außerdem ist sie aber eine Art von Gebärmutter. Denn ich stellte fest, dass das englische Substantiv "matrix" in der deutschen Sprache außer der mathematischen Bedeutung Matrix (geordnetes Schema von Werten, für das bestimmte Rechenregeln gelten (Lexikon)) auch noch Gebärmutter oder Nährboden heißt. Dabei fragt man sich: Ist es der Nährboden für die Illusion, oder gar die Gebärmutter für Auserwählte? Daran kann man wahrscheinlich lange überlegen.
Wenn man nun aus der wirklichen Welt in die Matrix gehen möchte, so muss man sich vorher auf einen Sessel setzen. Dann bekommt man in eine öffnung am Hinterkopf, die einem vor der "Geburt" eingesetzt wurde, eine Vorrichtung eingeführt. Ab diesem Punkt ist man in der Matrix, d.h. es wird gesagt, dass der Geist in der Matrix ist, was wiederum bedeutet, dass dem Verstand eine virtuelle "wirkliche" Welt vorgespielt wird. Doch was genau ist man in der Matrix? Morpheus, der "Lehrer" von Neo gibt die Erklärung, dass das, was man in der Matrix ist, das "Rest-Selbstbild" ist, "die mentale Projektion des digitalen Selbst", d.h., dass das Gehirn ein Selbst in den Computer projiziert, wodurch dieses natürlich digital wird. So sind dann alle Empfindungen, die man in der Matrix hat digital und werden vom Computer in elektrische Signale umgewandelt, damit das Gehirn sie verstehen kann.
So ähnlich ist es auch in der Wirklichkeit. Alles, was man sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken kann, sind "nichts anderes als elektrische Signale, interpretiert vom Verstand". Was mir bei der Matrix allerdings ziemlich unklar erscheint, ist die Tatsache, dass, wenn man in der Matrix stirbt, man dies auch in der wirklichen Welt tut und umgekehrt. Es könnte natürlich sein, dass der Computer den Tod in der Matrix an das Gehirn meldet und dieses dann dem Körper sagt, dass er Tod sein muss, was jedoch sehr merkwürdig klingt.
Das Phänomen der Illusion findet man auch in anderen Filmen (The Truman Show: 1998/ Regie: Peter Weir) oder zum Beispiel bei dem Philosophen Plato.
In Platos Höhlengleichnis wird gezeigt, wie gewöhnliche Menschen in einer Höhle an Sitze gefesselt und genötigt sind, die verschwommene Darstellung von Wirklichkeit, oder vielmehr dem, was sie dafür halten, zu betrachten.
Die "Truman Show" stellt etwas ähnliches dar. In dem Film geht es darum, wie ein Mensch seit seiner Geburt die Hauptrolle in einer Fernsehsendung spielt ohne selbst davon zu wissen. Er ist in eine riesige Kuppel eingeschlossen und wird rund um die Uhr von Kameras überwacht, welche dann Live sein Leben ins Fernsehen übertragen.
Es zeigt sich also, dass dieser Film manches im Ungewissen lässt. Und man fragt unwillkürlich:
"Glaubst Du, es ist Luft, was Du atmest?"
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